Einige der Referent:innen (v.l.n.r.): Andrea Beyer, Veronika Bachmann, Uta Schmidt, Kathrin Gies, Thomas Naumann, Mathias Winkler
Die beiden Organisatorinnen der Tagung Kathrin Gies und Uta Schmidt
Kathrin Gies stellt die Referentin Irmtraud Fischer vor
Tagung "erz?hltes Geschlecht / Geschlecht erz?hlen"
Die Tagung stellte die Verschr?nkungen Narratologie und Gender in den Mittelpunkt und beleuchtete, wie Geschlecht in biblischen Texten erz?hlt wird und wie diese Geschlecht erz?hlen. Das Tagungsprogramm finden Sie hier(575.8 KB). Im Rahmen dieser Tagung hielt Prof. Dr. Kathrin Gies einen Vortrag zum Thema "Narratologie und Ideologie. Richter 19 und der Blick auf den weiblichen K?rper".
Abstract: ”Narratologie und Ideologie. Richter 19 und der Blick auf den weiblichen K?rper"
Erz?hlungen wie die der Gruppenvergewaltigung einer namenlosen Frau in Richter 19 bauen auf der Verobjektivierung von Frauen auf und f?rdern unjust gender power relations. Dabei sind es die Erz?hlungen selbst, in die Gewalt und Ungerechtigkeit eingeschrieben sind. Eine narratologische Analyse der der Strukturen der Erz?hlungen kann aufdecken, wie ohne diese analytische Distanzierung bewusst oder auch unbewusst die Ideologie der Erz?hlung reproduziert wird. Das Beispiel von Ri 19 zeigt: Der Frau wird das Ereignis zugeschrieben, das als Ausl?ser der Vergewaltigung verstanden werden kann. Sonst macht die Erz?hlung nur m?nnliche Figuren zum Zentrum von Wahrnehmung und Deutung. Diese Privilegierung m?nnlicher Perspektiven manipuliert Leser:innen im Hinblick auf ihre Wertung. Indem Leser:innen erz?hlerische Zusammenh?nge selbst konstruieren müssen, haben sie Teil an der Verobjektivierung des weiblichen K?rpers. Die Frage nach den textuellen Verfahren und narrativen Strukturen, die ungleiche Geschlechterverh?ltnisse produzieren, ist somit bleibend relevant.